Dipl.-Psych. Ute Bekker-Greve * Praxis für Verhaltenstherapie

In der Verhaltenstherapie (VT) wird davon ausgegangen, dass unser Denken, Fühlen und Handeln auf Lernvorgängen beruht. D.h. die in der Kindheit, Jugend und im Verlauf des weiteren Lebens gewonnenen - sowohl positiven als auch negativen - Erfahrungen nehmen Einfluss auf unser Erleben und Verhalten. 

In den Anfängen der VT war die Erforschung der Gesetzmäßigkeiten bei diesen Lernvorgängen der zentrale Inhalt.

Im Verlauf der weiteren Forschungsentwicklung wurde dann die Erklärung der Zusammenhänge zwischen Gedanken und subjektiven Bewertungen (Kognitionen), Gefühlen, körperlichen Reaktionen und Verhalten immer bedeutsamer. Die daraus resultierenden Wechselbeziehungen bilden heute die Grundlage des verhaltenstherapeutischen Verständnisses.

 

Die Wirkweise der VT besteht darin, die oft wie automatisch ablaufenden symptomrelevanten Verhaltensweisen zu erkennen (zum Beispiel eine stark einschränkende Vermeidung von sozialen Kontakten), in ihrem Ursprung und ihrem Bedeutungszusammenhang erklärbar zu machen und diese im Sinn einer angestrebten Zielperspektive zu verändern. 

Ein therapeutisches Element ist dabei auch die Aufdeckung und Modifikation schon früh erworbener Denk- und Bewertungsmuster, wie zum Beispiel: „Ich muss mir die Anerkennung anderer durch besondere Leistungen verdienen.“ Diese zum Teil nicht bewussten kognitiven Schemata haben oft einen erheblichen Belastungscharakter und können sich in der Entwicklung schädigend auf das Selbstbild und den Umgang mit Anforderungen auswirken.

Ziel der VT ist hier die Veränderung dieser einschränkenden und belastenden Denkweisen zu Gunsten einer verbesserten und damit adäquaten Bewältigungskompetenz im Alltag.

 

Übergeordnetes Ziel in der VT ist die Erarbeitung individueller Problemlösestrategien und Verhaltensweisen, die sich auch an den jeweiligen Ressourcen und Fähigkeiten des Betroffenen orientieren. 

Die Ansatzpunkte für Veränderungen können dabei ganz unterschiedlich sein: 

Gedanken und Bewertungen, Gefühle, konkrete Handlungsweisen im Alltag, Kontakt- und Beziehungsgestaltung im sozialen Umfeld, Umgang mit Bedürfnissen, Selbststeuerung.

Der verhaltenstherapeutische Ansatz ist somit problemlösungs- und veränderungsorientiert.

 

Konkret bedeutet dieses auf der Handlungsebene auch die Vermittlung und Einübung von Fertigkeiten in der verhaltenstherapeutischen Arbeit (zum Beispiel Angstbewältigungsstrategien, Entspannungsverfahren, Verbesserung der sozialen Kompetenz, Stressbewältigung, Strategien zur Entscheidungsfindung und Problemlösung).

Eine Berücksichtigung dieser Methoden ist dabei jeweils an der individuellen Problemsituation sowie an den Veränderungszielen des Patienten orientiert.

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Praxis für Verhaltenstherapie * Dipl.-Psych. Ute Bekker-Greve * Heinrich-Hertz-Strasse 17 * 22085 Hamburg * Fon 040 / 22 75 66 93 * Fax 040 / 71 66 63 61